Frühbronzezeit: Woher Troja sein Gold beschaffte

© Curt Engelhorn Zentrum für Archäometrie gGmbH (Details)

Loch im Gold | Ein Strahl von einem tragbaren Lasergerät schmolz ein kleines Loch in der Oberfläche des Goldobjekts. Es misst 120 Mikrometer im Durchmesser. Der Schaden ist nur unter einem Elektronenmikroskop zu sehen.

Die archäometrische Analyse der Proben und der Vergleich mit Ergebnissen aus anderen Studien zeigten, dass das Gold hohe Konzentrationen an Zinn, Palladium und Platin enthält. Vorindustrielles Gold ist typischerweise nicht so rein wie moderne Edelmetalle und enthält verschiedene andere Elemente wie Silber, Kupfer und Zinn. Anhand der Spurenelemente konnten die Forscher nun die Herkunft des Metalls bestimmen: „Zinn wurde in fast allen Proben in Konzentrationen zwischen etwa 10 und 1900 Milligramm pro Kilogramm gefunden, was darauf hindeutet, dass es sich hauptsächlich um angeschwemmtes Gold handelt“, heißt es in der Untersuchung. Elemente wie Palladium und Platin unterstützten diese Annahme, da beide normalerweise nicht in Gesteinsgold zu finden sind.

Auch Lesen :  Ukraine-Krieg I Experten: Russland braucht Raketenvorrat auf

Die Goldschmiede arbeiteten für Troja und Poliochni

Einige der Goldketten aus Troja und Poliochni ähneln sich nicht nur in der Zusammensetzung des Metalls, sondern auch im Design. Diese Schmuckstücke könnten also in derselben Werkstatt hergestellt worden sein. Die Goldschmiede könnten entweder in Poliochni oder in Troja gearbeitet haben – beide Orte liegen etwa 60 Kilometer voneinander entfernt. Stilistisch ähnlicher Schmuck, nämlich Goldanhänger mit Spiralmuster, wurde auch in Troja und in den Königsgräbern von Ur gefunden. Die formalen Ähnlichkeiten deuteten bereits Verbindungen zwischen den beiden Orten an; Die aktuellen Goldanalysen bestätigen nun, dass es Kontakte zwischen Anatolien, der Ägäisregion und Mesopotamien gegeben haben könnte. Laut einer Pressemitteilung der Universität Tübingen kommt Pernicka zu dem Schluss: „Es muss also Handelsbeziehungen zwischen diesen weit entfernten Regionen gegeben haben.“

Auch Lesen :  Leck an Sojus-Kapsel: Keine Gefahr für Kosmonauten | Freie Presse

Woher das Gold in den Schmuckstücken ursprünglich stammt, konnten die Forscher noch nicht mit Sicherheit feststellen. „Schauen wir uns den Anteil an Spurenelementen im Gold aus Troja, Poliochni und Ur an, so zeigt bronzezeitliches Gold aus Georgien die größte Übereinstimmung mit den genannten Fundstellen“, erklärt Pernicka. „Allerdings fehlen uns noch Daten und Studien aus anderen Regionen und von anderen Objekten, um diese Annahme zu bestätigen.“

Auch Lesen :  Lag die Niederlage an Trump? „Es ist kompliziert“, sagt sein größer Unterstützer

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button